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Der NVL vertritt die
Interessen von rund
140 Lohnsteuerhilfe-
vereinen, 6.000
Beratungsstellen,
mehr als 1,7 Millionen
Arbeitnehmern.

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Leistungen der Lohnsteuerhilfevereine

Lohnsteuerhilfevereine beraten Mitglieder. Wer die Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen möchte, wird Mitglied im Verein. Die Beratungsbefugnis der Vereine ist im Steuerberatungsgesetz § 4 Nr. 11 geregelt. Weitere Hinweise geben die gleich lautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder zum Umfang der Beratungsbefugnis der Lohnsteuerhilfevereine vom 15. Januar 2010 (BStBl I S. XXX)..

StBerG § 4 Nr. 11 Befugnis zu beschränkter Hilfeleistung in Steuersachen.

Die vollständigen Texte können Sie hier herunterladen:

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Erlassepdf

Dateigröße : 33.78 kb

Lohnsteuerhilfevereine helfen:

  • bei Einkommensteuererklärungen,
  • bei Verlustfeststellungen (bei Feststellungserklärungen (gesonderten und einheitlichen Feststellung von Überschusseinkünften),
  • in Lohnsteuersachen (z.B. Beratung bei der Steuerklassenwahl, Antrag auf Eintragung eines Freibetrages in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen – ELStAM und weitere Hilfe bei den ELStAM),
  • in Kindergeldsachen nach dem Einkommensteuergesetz,
  • bei Arbeitgeberaufgaben im Zusammenhang mit haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen und Kinderbetreuungskosten,
  • bei der Förderung durch die „Riesterrente“ einschließlich Wohnriester (Zulagenförderung, Sonderausgabenabzug - ),
  • bei der Anrechnung von Kapitalertragsteuer und Antragstellung einer Nichtveranlagungsbescheinigung,
  • bei der Arbeitnehmer-Sparzulage nach dem Fünften Vermögensbildungsgesetz,
  • bei der Antragstellung zur Wohnungsbauprämie ,
  • bei der Eigenheimzulage (Altfälle).

Die Hilfeleistung erfolgt in Beratungs­stellen, deren Leiter bei der zuständigen Aufsichts­behörde der Finanz­verwaltung eingetragen sein müssen. Das Steuer­beratungs­gesetz schreibt vor, dass eine Beratung nur für Mitglieder des Lohn­steuer­hilfe­vereins erfolgen darf. Der Beitritt erfolgt mit dem Tag der Beratung und die Mitgliedschaft kann entsprechend der Kündigungs­fristen wieder beendet werden.

In den Beratungs­stellen wird nach vorheriger Beratung die Einkommen­steuer­erklärung erstellt und die Höhe der Rück­erstattung oder Nach­zahlung errechnet. Der nach Einreichen der Erklärung zugestellte Bescheid wird auf Richtigkeit geprüft. Ist dieser fehlerhaft, wird für das Mitglied Einspruch eingelegt. Bleibt der Einspruch erfolglos, wird gegebenen­falls Klage vor dem Finanz­gericht zur Durch­setzung der steuerlichen Ansprüche des Mitglieds erhoben.

Lohn­steuer­hilfe­vereine bieten Rechts­schutz durch Vertretung vor den Finanz­gerichten. Sie haben bereits in vielen Fällen die steuerlichen Interessen der Mitglieder auf dem Finanz­rechts­weg bis zum Bundes­finanz­hof durchgesetzt und so auch zur Ent­wicklung des Einkommen­steuer­rechts und der Ver­waltungs­auffassung beigetragen.

Wer kann betreut werden?

Lohns­teuer­hilfe­vereine dürfen Arbeit­nehmer, Rentner und Arbeits­lose betreuen. Mit Inkraft­treten des 7. Änderungs­gesetzes zum Steuer­beratungs­gesetz am 1. Juli 2000 wurde die Beratungs­befugnis der Lohns­teuer­hilfe­vereine teilweise neu geregelt. Insbesondere wurden einzelne Nebenein­künfte von Arbeit­nehmern mit aufgenommen.

Nach § 4 Nr. 11 des Steuer­beratungs­gesetzes können Lohn­steuer­hilfe­vereine für ihre Mitglieder Hilfe in Steuer­sachen leisten, wenn

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Lohn, Gehalt) oder
  • sonstige Einkünfte gem. § 22 Einkommensteuergesetz aus wiederkehrenden Bezügen (Nr. 1 - Renten)  oder Leistungen nach Nr. 5 (Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen, bspw. Riester),
  • Einkünfte aus Unterhaltsleistungen (vom geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten) vorliegen.

Steuerpflichtige mit Gewinneinkünften, d.h. Einkünften aus Land- und Forst­wirtschaft, Gewerbe­betrieb oder aus selbständiger Tätigkeit dürfen nicht von Lohn­steuer­hilfe­vereinen betreut werden, gleiches gilt bei Vorliegen von umsatz­steuer­pflichtigen Umsätzen. Eine Ausnahme bei den Gewinneinkünften besteht, wenn diese nach § 3 Nr. 12, 26 oder 26a des Einkommensteuergesetzes in voller Höhe steuerfrei sind. Das betrifft bspw. die „Übungsleiterpauschale“ oder steuerfreie Entschädigungen für kommunale Abgeordnete.

Bei weiteren Überschusseinkünften, insbesondere

  • Einkünften aus Vermietung und Verpachtung,
  • Einkünften aus Kapitalvermögen,
  • anderen sonstigen Einkünften, beispielsweise aus gelegentlicher Vermittlung,
  • privaten Veräußerungsgeschäften

besteht Beratungsbefugnis für die Lohnsteuerhilfevereine, wenn die Einnahmen dieser Einkünfte insgesamt nicht mehr als 13.000 Euro (bei Einzelveranlagung) oder 26.000 Euro (bei Zusammenveranlagung) betragen.

Einkünfte aus Kapitalvermögen bleiben bei dieser Grenze ganz unberücksichtigt, wenn sie - aufgrund der Abgeltungsteuer - in die Einkommensteuerveranlagung nicht einbezogen werden.

Lohn­steuer­hilfe­vereine haben sich also auf den typischen Arbeit­nehmer spezialisiert. 

Was kostet die Hilfeleistung beim Lohnsteuerhilfeverein? 

Für den gesamten Komplex der Leistungen ist ein einmaliger jährlicher Mit­glieds­beitrag zu entrichten. Dieser ist bei vielen Vereinen sozial nach dem Einkommen gestaffelt. Die Spanne liegt überwiegend zwischen etwa 40 EUR bis 300 EUR. In der Regel wird noch eine einmalige Aufnahme­gebühr von ca. 10 bis 15 EUR zu entrichten sein.

Zusätzliche Leistungen, wie Einspruchs- oder Klage­verfahren, sind im Jahresbeitrag mit enthalten und werden nicht separat honoriert.

Wer die Hilfe eines Lohn­steuer­hilfe­vereins in Anspruch nehmen will, findet Anschriften in Wohnort­nähe auf unserer Homepage unter Suche nach Beratungsstellen. Geben Sie dazu Ihre PLZ oder den Wohnort ein.