Verbandstag 2013
Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine beging am 6. Juni 2013 sein Verbandsjubiläum im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin.
Die Tagesordnung:
Broschüre zum Verbandsjubiläum
Der NVL-Vorstandsvorsitzende eröffnet den Verbandstag. Er erinnert an wichtige Abschnitte aus der Verbandsgeschichte und würdigt die Arbeit und den Weitblick der Gründer des NVL, die bereits zu Beginn maßgebliche Weichen der erfolgreichen Verbandsarbeit stellten. In den weiteren Ausführungen fordert der Verbandsvorsitzende ein leistungsgerechtes Steuerrecht. Erwerbsbedingte Ausgaben müssen vollumfänglich von den Einnahmen abgezogen werden dürfen. Dabei geht Steuergerechtigkeit vor Vereinfachung und Pauschalierung.
Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, dankte in seiner Festrede zum Verbandsjubiläum dem NVL und seinen Mitgliedsvereinen für ihre hervorragende Arbeit. Der NVL habe durch Fachkompetenz und produktive Vorschläge an politischer Bedeutung gewonnen und sich auch als Impulsgeber für Steuerrechtsänderungen profiliert. Er sei eine feste Größe bei der Interessenvertretung der Mitglieder und der in den Vereinen betreuten Arbeitnehmer. Mit der Erweiterung der Beratungsbefugnis bei den Überschusseinkünften haben Lohnsteuerhilfevereine ihr Beratungsangebot an Arbeitnehmer und Rentner ausbauen können. Zugleich bot Koschyk weiterhin eine enge Zusammenarbeit an: "Ich hoffe, dass der NVL die politische Arbeit auch weiterhin fachlich bereichern, begleiten und unterstützen wird."
Mit Blick auf die Zukunft des deutschen Steuerrechts lasse sich die Bundesregierung von Grundsätzen leiten, die Steuerbürokratie abzubauen, die Steuern handhabbarer zu machen, bestehende Steueransprüche effektiver und effizienter durchzusetzen und die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern, machte der Staatssekretär deutlich.
Zur Festansprache von Finanzstaatssekretär Koschyk gelangen Sie hier
Festansprache zum Verbandsjubiläum
Auf der traditionellen Podiumsdiskussion zum Verbandstag unter Leitung von NVL-Sprecher Ingo Bettels diskutierten Vertreter aus Politik und Praxis die - teils kontroversen - Steuerprogramme der politischen Parteien zur kommenden Bundestagswahl.
Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Meister sprach sich für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Steuerrechts hin zu mehr Steuergerechtigkeit aus. Basis dafür sei die geltende Steuersystematik. Nach Einschätzung von Joachim Poß, dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, ist es eine Aufgabe der Steuerpolitik, auch durch Umverteilung zum Zusammenhalt einer Gesellschaft beizutragen, die sich aufzuspalten drohe.
Eröffnung: Jörg Strötzel,
NVL-Vorstandsvorsitzender
Dauer: 15:19 Minuten
Vortrag: Hartmut Koschyk,
Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium
Dauer: 28:49 Minuten
Podiumsdiskussion
Dauer: 102:04 Minuten
Weitere Videos im Geschützten Bereich
Christine Harder-Buschner aus dem Bundesministerium der Finanzen berichtetete über die Neuregelungen zum steuerlichen Reisekostenrecht, die ab 2014 anzuwenden sind. Kurzweilig berichtete sie aus der Arbeit der Kommission zur Neuregelung des Reisekostenrechts und der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Verbänden. Wie kaum ein anderes Gesetzgebungsverfahren hatten Sachverständige in der Anhörung vor dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages das Verfahren einhellig gelobt.
Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft fesselte die Anwesenden zur „Rolle der Steuerverwaltung im Spannungsverhältnis zwischen Politik, Steuerbürger und Beraterschaft“ mit einer Vielzahl interessanter und nachdenkenswerter Details. Er betonte ebenfalls, wie wichtig die Arbeit der Lohnsteuerhilfevereine für die Arbeitnehmerberatung sei und zur Entlastung der Finanzverwaltung beitrage.
Den Abschluss des ereignis- und abwechslungsreichen Verbandstages bildete der Vortrag von Dr. Stefan Geserich, Richter am VI. „Lohnsteuer-„ Senat des Bundesfinanzhofs. Er erläuterte die aktuelle Urteile und Rechtsentwicklung zum Lohnsteuerrecht, aber darüber hinaus auch zum Steuerabzug für Handwerkerleistungen und zum Familienleistungsausgleich. Diese Gebiete sind ebenfalls im Aufgabenbereich des VI. Senats. Im Anschluss stellte sich Dr. Geserich den Fragen der Teilnehmer.
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